
DRAIN — Kontrolle über Wachstum beginnt beim Wasser
Stell dir vor, du bist kein Gießer, sondern ein Wurzel-Architekt.
Wasser ist nicht einfach Wasser — es ist das zentrale Werkzeug, um Wachstum zu steuern.
Drain bedeutet:
Überschüssiges Wasser verlässt den Topf, Sauerstoff gelangt ins Wurzelsystem, Mikroben arbeiten optimal, Nährstoffe werden gleichmäßig verfügbar.
Wer Drain beherrscht, kultiviert nicht — er steuert Wachstum.
Ohne Drain?
Dann entsteht Staunässe, das Substrat erstickt, Wurzeln beginnen zu faulen und Pflanzen verlieren Kraft.
Klingt hart, ist aber Realität.
Was genau ist Drain?
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Drain | Das Wasser, das nach dem Gießen unten abläuft |
| Drainage | Alles, was diesen Ablauf ermöglicht (Löcher, Perlite, Tongranulat etc.) |
💡 Merke
Drain = Prozess
Drainage = Infrastruktur
Warum Drain so wichtig ist
Eine Wurzel lebt nicht nur von Wasser — sondern von Wasser + Sauerstoff.
Ohne Drain → Wasser steht → Sauerstoff fehlt → Wurzeln sterben
Mit Drain → Feuchte bleibt stabil → Sauerstoff zirkuliert → Wurzeln wachsen aktiv
Ergebnis:
✅ kräftige Wuzeln
✅ stabile Pflanzenstruktur
✅ keine trockenen Zonen
✅ aktives Bodenleben
✅ saubere Nährstoffaufnahme
Drain = Lebensversicherung für Wurzeln.
Wie viel Drain braucht man?
👉 10–20 % des Gießvolumens
Das ist der Sweet Spot zwischen
zu wenig Wasser (Mangel) und
zu viel Wasser (Auswaschung).
Praxis-Routine
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Gießen bis unten Wasser austritt
-
20–30 Minuten warten
-
Noch einmal langsam nachgießen
So wird das Substrat vollständig gesättigt.
Wann beginnt man mit Drain-Bewässerung?
-
Keimlinge & Jungpflanzen:
kleine Mengen, ohne Drain, ca. 2–3 Wochen -
Gut verwurzelte Pflanzen:
Drain starten
Pro-Tipp:
Lerne das Gewicht deiner Töpfe – es ist zuverlässiger als Sensoren.
Organisch vs. mineralisch
| Methode | Bedeutung für Drain |
|---|---|
| Organisch | Mikroben arbeiten → gleichmäßige Feuchte wichtig, Drain weniger häufig |
| Mineralisch | Nährstoffe im Wasser → Salzbildung möglich → regelmäßiger Drain Pflicht |
Bei mineralischer Kultur:
→ EC & pH messen
→ Salzspitzen vermeiden
Beide Systeme funktionieren — wichtig ist das richtige Wasser-Management.
Typische Drain-Fehler
| Fehler | Folge | Lösung |
|---|---|---|
| Verdichtetes Substrat | Wasser läuft ungleichmäßig | Erde gut vorbereiten |
| Zu schneller Ablauf | Substrat bleibt trocken | Langsam in 2 Phasen gießen |
| Trockenkanäle | Wasser läuft vorbei | Erst leicht vorfeuchten |
| Zu viel Drain | Nährstoffe rausgespült | Stickstoff/NPK ausgleichen |
Grow-Genie Praxis-Tipps
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Erst ein Drittel gießen → Pause → Rest
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Kleine Töpfe → bessere Kontrolle
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Gut verwurzelte Pflanzen reagieren stabiler
-
Geduld = Wachstumsvorsprung
Wasser + Geduld + Technik = Kontrolle
Fazit
Drain ist kein Trick — es ist Grundwissen für präzises Grow-Management.
Mit richtigem Drain entstehen:
🌱 starke, weiße Wurzeln
🧬 stabiles Mikromilieu
💧 optimale Feuchtigkeit & Luft
⚡ maximale Nährstoffaufnahme
🌿 gesundes, kraftvolles Wachstum
Wer Wasser kontrolliert, kontrolliert das Wachstum.
FAQ
Besonderheiten bei automatischen Sorten?
Moderater Drain, Stress vermeiden, EC im Blick.
Kann man trotz Drain zu wenig gießen?
Ja — wenn Wasser an trockenen Zonen vorbeirutscht.
→ Langsam arbeiten, Substrat vollständig benetzen.
Braucht man Steine im Topf?
Nein — Mythos.
Gute Erde + Drain-Löcher = perfekt.

