
Cannabispflanzen richtig umtopfen – der komplette Guide für gesundes Wachstum
Wichtigste Erkenntnisse
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Cannabis sollte umgetopft werden, wenn die Wurzeln den Topf vollständig ausfüllen oder die Pflanze sichtbar zu groß wird.
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Die richtige Topfgröße ist entscheidend für stabiles Wachstum und hohe Erträge.
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Beim Umtopfen ist vorsichtiges Arbeiten notwendig, um Wurzelschäden zu vermeiden.
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Nach dem Umtopfen benötigen Cannabispflanzen besondere Pflege und Ruhe.
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Korrektes Umtopfen fördert das Wurzelwachstum und verbessert die Nährstoffaufnahme deutlich.
Das Umtopfen von Cannabispflanzen ist ein zentraler Schritt im gesamten Anbauprozess. Es stellt sicher, dass die Wurzeln ausreichend Platz haben, um sich gesund zu entwickeln, und legt damit den Grundstein für kräftige Pflanzen und gute Erträge. In diesem Artikel erfährst du, wann der richtige Zeitpunkt zum Umtopfen ist, welche Topfgrößen sinnvoll sind, wie du Schritt für Schritt richtig umtopfst und welche Fehler du unbedingt vermeiden solltest.
Wann sollte man Cannabispflanzen umtopfen?
Der richtige Zeitpunkt zum Umtopfen entscheidet maßgeblich über die Gesundheit deiner Pflanzen. Sowohl zu frühes als auch zu spätes Umtopfen kann Stress verursachen und das Wachstum bremsen. Achte deshalb immer auf die jeweilige Wachstumsphase und typische Anzeichen.
Umtopfen von Keimlingen
Keimlinge sollten umgetopft werden, sobald sie ihre ersten echten Blätter entwickelt haben – meist nach etwa 7–10 Tagen. Werden Anzuchtwürfel verwendet, ist der ideale Zeitpunkt erreicht, sobald die ersten Wurzeln sichtbar sind.
👉 Optimal ist ein kleiner Topf mit 0,5–1 Liter Volumen, da sich die Feuchtigkeit so besser kontrollieren lässt.
Umtopfen von Sämlingen
Sämlinge/ Pflanzen sind bereit zum Umtopfen, wenn sie 4–5 Blattpaare entwickelt haben oder etwa 15-20 cm groß sind. Das ist in der Regel 2–3 Wochen nach der Keimung der Fall.
👉 Empfohlen wird ein Topf mit 2–3 Litern Volumen. Warte nicht, bis die Wurzeln komplett verfilzt sind.
Umtopfen von Stecklingen
Stecklinge können umgetopft werden, sobald sie ein stabiles Wurzelsystem aufgebaut haben – meist 10–14 Tage nach der Bewurzelung.
👉 Ein Topf mit 1–2 Litern Volumen bietet ausreichend Platz für den nächsten Wachstumsschritt.
Alternativ können sie direkt in den finalen Endtopf gepflanzt werden – die Topfgröße spielt dabei keine entscheidende Rolle!
Umtopfen während der Wachstumsphase
In der vegetativen Phase sollten Cannabispflanzen regelmäßig beobachtet werden. Typische Anzeichen für ein notwendiges Umtopfen sind:
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Wurzeln wachsen aus den Drainagelöchern
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Wachstumsstagnation
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Gelbe oder welkende Blätter
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Das Substrat trocknet sehr schnell aus
Umtopfen vor der Blüte
Das letzte Umtopfen sollte vor Beginn der Blütephase erfolgen. So kann sich die Pflanze vollständig im neuen Topf etablieren und während der Blüte ihr volles Potenzial ausschöpfen.
👉Lass den Pflanzen etwa eine Woche Zeit, sich an die neue Erde zu gewöhnen, und schalte anschließend auf einen 12/12-Lichtzyklus zur Blüte um. In dieser Zeit haben sich bereits genügend neue Wurzeln gebildet, und bis es zur Stretch-Phase – ca. 2-3 Wochen nach dem Umtopfen – wird die Pflanze weiterhin neue Wurzeln entwickeln und einen kräftigen, gleichmäßigen Wurzelballen ausbilden. „Krasse Wurzeln = Fette Buds“
Die richtige Topfgröße für Cannabispflanzen wählen
Die optimale Topfgröße hängt von mehreren Faktoren ab: gewünschte Pflanzengröße, Dauer der Wachstumsphase sowie die Anbaumethode (Indoor oder Outdoor).
Allgemeine Richtwerte
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Sämlinge / sehr kurze Vegi: 2-Liter-Topf (ca. 14–16 Tage)
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Kleine Pflanzen / kurze Vegi: 7,5–11 Liter (ca. 21–25 Tage)
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Mittlere Pflanzen: 11–20 Liter (ca. 30–45 Tage)
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Große Pflanzen / lange Vegi: 20–30 Liter oder mehr (ca. 60 Tage)
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Outdoor & sehr große Pflanzen: 45–90 Liter und mehr (bis zu 120 Tage)
Grundsätzlich sollte ein Cannabistopf mindestens 7,5 Liter fassen, um ein gesundes Wachstum zu ermöglichen.
Direkt in einen großen Topf pflanzen – sinnvoll?
Theoretisch ist das möglich, in der Praxis jedoch oft problematisch. Kleine Pflanzen in sehr großen Töpfen neigen zu Überwässerung, da das Substrat nur langsam trocknet. Empfehlenswert ist daher ein schrittweises Umtopfen.
🔥 Heißer Tipp:
1. Pflanze vor dem Umtopfen 2–3 Stunden ins Dunkle stellen, um den Stoffwechsel zu senken und den Umpflanzschock zu reduzieren. Beim Umtopfen nur Kerzenlicht, grünes Licht oder eine sehr schwache Lampe verwenden, damit die Ruhephase nicht gestört wird. Ergebnis: Die Pflanze wächst am nächsten Tag normal weiter.
2. Maximal drei Umtopf-Vorgänge pro Pflanze (Vegetationsphase), da zu häufiges Umtopfen die Vitalität der Pflanze beeinträchtigen kann.
Autoflowering Cannabis und Topfgröße
Autoflower-Sorten profitieren von 11–15-Liter-Töpfen, da sie nur eine kurze Lebensdauer haben und möglichst wenig Stress erfahren sollten.
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Kleine Autoflower: 5–8 Liter
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Große Autoflower / maximale Erträge: 10–15 Liter (abhängig von Sorte: Sativa oder Indica)
Wichtig: Die Topfgröße beeinflusst direkt die Pflanzengröße und den Ertrag – positiv wie negativ.
👉 Fazit: Die besten Ergebnisse liefern immer Genetik und der Grower, der sie anbaut.
Cannabis richtig umtopfen – Schritt-für-Schritt-Anleitung
1. Vorbereitung
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Neuer Topf / Endtopf: Wähle die Größe nach Wunsch – z. B. 11 L, 15 L, 25 L oder 30 L.
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Hochwertiges, gut drainiertes Substrat
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Drainagelöcher nicht vergessen – diese sind bei den meisten Töpfen bereits vorhanden und befinden sich in der Regel am Boden. (Ansonsten ein paar bohren =))
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Den finalen Topf entweder zu etwa ⅓ mit Substrat füllen oder mittig ein Loch ausheben, das in Größe und Tiefe dem aktuellen Topf der Pflanze entspricht.
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Substrat leicht andrücken oder auch nicht
- Das Substrat im finalen Topf leicht anfeuchten, damit sich keine trockenen Zonen im Wurzelbereich bilden.

Substrat kurz angießen.

Das Substrat ist nun ausreichend feucht.
2. Pflanze vorbereiten
Gieße die Pflanze im alten Topf etwas an (Das Substrat sollte feucht, aber nicht durchnässt sein.).
Feuchte Erde hält alles zusammen und schützt die Wurzeln.

3. Pflanze entnehmen
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Topf vorsichtig kippen
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Stamm zwischen zwei Fingern fixieren
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Sanft auf den Topfboden klopfen


5. Einsetzen
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Pflanze mittig platzieren
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Mit Erde auffüllen
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Stamm auf gleicher Höhe wie zuvor belassen


Hier sieht man eine Perfekt umgetopfte Cannabispflanze! „Good Job“
6. Angießen
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Substrat sanft andrücken
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Vorsichtig gießen, bis Wasser aus den Drainagelöchern austritt

7. Nachsorge
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Für 1–2 Tage schattiger Standort / Led Lampe ca. auf 25% – 50% stellen.
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Pflanze auf Stresssymptome beobachten
Häufige Fehler beim Umtopfen – und wie du sie vermeidest
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Zu häufiges Umtopfen → nur bei Bedarf umtopfen
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Falsche Topfgröße → schrittweise vergrößern
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Wurzelschäden → niemals an den Wurzeln ziehen
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Schlechtes Substrat → gut drainierte Erde verwenden
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Falsche Pflanztiefe → Höhe beibehalten
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Fehlende Drainage → Staunässe vermeiden
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Umtopfen in der Blüte → Stress & Ertragseinbußen
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Fehlende Nachsorge → Pflanze braucht Ruhe
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Zu festes Andrücken → Luft im Substrat ist wichtig
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Unsaubere Töpfe → Hygiene nicht unterschätzen
Pflege nach dem Umtopfen
Nach dem Umtopfen benötigen Cannabispflanzen besondere Aufmerksamkeit:
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Gießen: gleichmäßig, keine Staunässe
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Licht: für 1–2 Tage leicht reduzieren
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Düngen: erst nach 1–2 Wochen wieder beginnen
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Luftfeuchtigkeit: leicht erhöhen
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Temperatur: stabil halten
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Stress vermeiden: kein Beschneiden oder Training
Geduld ist hier entscheidend – es kann einige Tage dauern, bis die Pflanze wieder sichtbar wächst.
Vorteile des Umtopfens von Cannabis
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Stärkeres und gesünderes Wurzelsystem
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Bessere Wasser- und Nährstoffaufnahme
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Gleichmäßigerer Bewässerungszyklus
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Höheres Wachstumspotenzial und bessere Erträge
Fazit
Das richtige Umtopfen von Cannabis ist ein entscheidender Faktor für gesunde Pflanzen und erfolgreiche Ernten. Mit dem richtigen Timing, passenden Topfgrößen und sorgfältiger Nachsorge kannst du Stress vermeiden und das volle Potenzial deiner Pflanzen ausschöpfen.
Mit etwas Geduld und Aufmerksamkeit wirst du mit kräftigem Wachstum und satten Erträgen belohnt.
Viel Erfolg bei deinem Grow!

